Archiv für Mai 2009

Anarchists against Israel, oder: Deppen im ZHG

Linke Antizionisten habe es ja nicht leicht hierzulande: Irgendwie hat man ihnen eingebleut, dass Parolen wie „Boykottiert Israel!“ doch nicht so gut kommen, weil das Erinnerungen an Judenboykotts wachruft; und seit sogar die Bundesregierung etwas von der „unverbrüchlichen Solidarität“ daherfaselt, die Deutschland Israel (wegen der Sache mit Auschwitz) entgegenbringe, kann man seinen Hass auf den Judenstaat einfach nicht mehr so öffentlich herausbaumeln lassen wie früher.
Deshalb ist jetzt „Äquidistanz“ angesagt, und die geht so: „Wir sind gegen die Kriegstreiber und unterstützen die fortschrittlichen Kräfte auf beiden Seiten!“ Das klingt erstmal besser, meint aber letztlich das gleiche wie der alte Antizionismus, denn: Die fortschrittlichen Kräfte in Palästina sind die, die gegen Israel sind, und die fortschrittlichen Kräfte in Israel sind die, die auch gegen Israel sind.

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Die Friedländer Bürgerversammlung, oder: Der Kollateralnutzen einer abgesagten Nazidemo

Die Nazis haben ihre Demo in Friedland abgeblasen, die ganze Aufregung in der Göttinger Szene war also fast umsonst. Sie warf dann aber doch noch einen Kollateralnutzen ab: Vor ein paar Wochen kamen nämlich 250 besorgte Friedländer zu einer Bürgerversammlung und ließen sich von Polizei, Gemeinde und Verfassungsschutz über die bevorstehenden Demos informieren. Das Stadtradio Göttingen produzierte einen Mitschnitt, und der enthält – neben einigen Strecken Langeweile – auch ein paar echte Meisterstücke aus dem Genre Realsatire. Die drei schönsten Vorträge sind hier zusammengefasst und kommentiert; die Zitate sind zwar teilweise gekürzt, aber alle echt.

1. Der Bürgermeister (verwirrt, aber lokalpatriotisch) fühlt, was viele fühlen: „Viele von uns fühlen, dass es heute um ein Thema geht, dass so gar nicht zu unserem Friedland passt.“ Warum das denn nicht? Na, wegen der Kriegsheimkehrer: „1945 haben unsere Großeltern und Eltern hier in Friedland ein deutliches Zeichen gesetzt: 5000 Menschen täglich kamen Tag für Tag in unser Friedland.“ Und da war niemals nicht kein einziger Nazi dabei, statt dessen täglich – wenn nicht sogar Tag für Tag – nur Opfer.

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Wieder da!

Ich hatte hier schon mal einen Blog namens Weltkritik, aber irgendwie ist der unter- bzw. sogar bei mir in Vergessenheit geraten. Da ich aber gerade wieder Bock zum Tippen habe, starte ich einfach einen neuen Versuch – vielleicht liest es ja sogar jemand. Also denn: die Weltkritik – Neue Folge ist eröffnet.